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Polizeibezirk Dobrau

Die Gräflich Seherrschen Herrschaften

Die Herrschaft D o b r a u , vor Alters zu Krappitz gehörig, gelangte in den 1780er Jahren an die Grafen von Seherr-Thoss, war schon damals mit einem großem Schlosse geziert und zu ihr gehörten Körnitz, Stöblau, Friedersdorf und Dobersdorf, welches, wie vorbemerkt, neuerdings abverkauft ist. Graf Ernst von Seherr, welcher 1806 diese Herrschaft aus dem väterlichen Nachlass ererbte, vergrößerte diesen Besitz 1847 durch Walzen, 1852 durch Rosnochau und starb 1856, worauf Dobrau an den jetzigen Besitzer, den Königl. Kammerherrn und Landrat a.D. Graf Hermann Seherr-Thoss, Walzen an die Freifrau von Loen überging, welche 1862 wieder mit Dobrau vereinigt wurde. Die Güterverwaltung sowohl wie die Polizei stehen unter fünf Administrationen.

a. Polizeibezirk Dobrau.

1. Dobrau (1302 Dobra, polnisch Dobry), fast 4 Meilen von der Kreisstadt und 1,5 Meile von Oberglogau am Zülzer Wasser und an der Krappitz-Zülzer Strasse, welche der Herr Graf 1864 bis Dobrau chaussirt hat, besteht aus einem Rittergut und einer Dorfgemeinde.
Das Rittergut mit Vorwerk Neubude hat eine Feldmark von 1550 Morgen Acker, 110 Morgen Wiese und 25 Morgen Garten. Bei mittelmäßiger Bodenqualität werden Rogen, Hafer und Kartoffel angebaut. Neubude allein hat 979 Morgen, worunter 891 Morgen Acker sechster und siebenter Klasse. Die Viehstand beträgt: 16 Pferde, 20 Zugochsen, 35 Stück Rindvieh und 1600 Schafe. Gewerbliche Anlagen: 1 Dampfbrennerei, 1 Dampfschneidemühle und 1 Bleiche. Das großartige Schloss ist 1859-61 in Elisabethstyl umgebaut und mit einem geschmackvollen, reichausgestatteten Park umgeben.
Das Dorf hat 13 Bauer-, 30 Gärtner- und 31 Häuslerstellen mit einer Grundfläche von 1200 Morgen. Die ganze Feldmark einschließlich des Guts hat 1696 Morgen Acker, 293 Morgen Wiese, 110 Morgen Holzung, Zusammen 2286 Morgen, welche zu 1845 Thlr., also 24 Sgr. Pro Morgen katastrirt sind. Der meist sandige Boden trägt vorzugsweise Korn und Kartoffeln. Der Viehstand besteht in 24 Pferden, 122 Kühen, 30 Stück Jungvieh, 65 Stück Schwarzvieh und 10 Ziegen. Gewerbliche Anlagen: 2 Wassermühlen und 1 Brettmühle. Dobrau zahlt 134 Thlr. Grund-, 27 Thlr. Haus-, 331 Thlr. Klassen- und 59 Thlr. Gewerbesteuer. Eine katholische Kirche, Filiale von Krappitz, zählt 682 Parochianen. Einfache katholische Schule mit 101 Schülern.

2. Stöblau, 4,5 Meile von der Kreisstadt und kaum 0,5 Meile von Krappitz, an der Hotzenplotz und an der Krappitz-Zülzer Strasse, zerfällt in ein zur Herrschaft Dobrau gehöriges Vorwerk und in ein Dorf.
Das Vorwerk hat eine Feldmark von 780 Morgen Acker, 40 Morgen Wiese und 2 Morgen Garten. Der mittelmäßige Boden gestattet nur Rogen-, Hafer-, und Kartoffelanbau. Der Viehstand beläuft sich auf 10 Pferde, 15 Stück Rindvieh und 800 Schafe.
Das Dorf besteht aus 14 Bauer-, 7 Gärtner- und 41 Häuslerstellen. Die Gemarkung enthält nach neuester Vermessung (incl. Dominium) 1806 Morgen, worunter 1424 Morgen Acker fünfter bis siebenter Klasse. Das Ganze ist zu 1588 Thlr., also zu 26 Sgr. Pro Morgen katastrirt. Auf dem sandigen Boden werden vorzugsweise Roggen Hafer und Kartoffeln angebaut. Der Viehstand beträgt 22 Pferde, 112 Stück Rindvieh, 30 Stück Schwarzvieh und 10 Ziegen. Viele Einwohner finden Nebenbeschäftigung in den nahen Steinbrüchen von Krappitz. 97 Thlr. Grund-, 16 Thlr. Haus-, 134 Thlr. Klassen- und 10 Thlr. Gewerbesteuer. Die Einwohner sind nach Dobrau (Krappitz) eingepfarrt, haben aber eine eigene Katholische Schule mit71 Schülern.

3. Die Colonie Karlshof, mit der 1830 vom Grafen Ernst von Seherr gegründeten Colonie Seherrswald, 3 ¾ Meilen von der Kreisstadt an der Krappitz-Chrzelitzer Strasse. 22 Häuslerstellen, Feldmark von 193 Morgen, worunter 172 Morgen Acker sechster und siebenter Klasse, katastrirt zu 88 Thlr., also zu 14 Sgr. pro Morgen. Geringer sandiger Waldboden mit Rogen und Kartoffeln. 13 Thlr. Grund-, 15 Thlr. Haus-, 37 Thlr. Klassen- und 14 Thlr. Gewerbesteuer. Engepfarrt und eingeschult nach Klein-Strehlitz.

4. Der Dobrauer Dominialforst zieht sich in einer Grösse von 4897 Morgen von Karlshof in nördlicher Richtung zwischen dem Oberglogauer Servitutwald, den rogauer und Dombrowkauer Holzungen bis zum Königl. Proskauer Revier; katastrirt zu 3399 Thlr., also 21 Sgr. pro Morgen.

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