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Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Haus Oberschlesien / Banhof 


Die Geschichte

Die Gründungsurkunde der Stadt Gleiwitz hat sich leider nicht erhalten. Aber die Gleiwitzer Gemeindekirche wird erstmals 1279 erwähnt. Die Entwicklung verdankt die Stadt ihrer guten Lage an der Kreuzung der Handelstrassen von Krakau nach Breslau und von Ungarn nach Mähren. Der ein Meter dicke und neun Meter hohe Mauerring, der die Stadt umgeben hat zeichnet ein für Schlesien typisches Oval (Bild) mit strahlenförmig zu den Stadttoren verlaufenden Hauptachsen, den parallel zueinander verlaufenden Gassen und den beiden an den Marktecken einmündenden Strassen. Die beide Stadttore: das Schwarze (Ratiborer) und das Weiße (Beuthener) kann man nicht mehr finden, aber die Überreste der Stadtmauer sind noch bis Heute teilweise zu bewundern.
Die Grundlage für Wohlstand der Bürger bildete damals, was nur wenige vermuten, der Hopfenanbau und das Braurecht. Erst 1796, als in Glewitz die erste Eisenhütte entstand, läßt sich ein Aufschwung des Handwerks und Gewerbes beobachten. Der erste koksgeheizte Hochofen in Europa bauten Graf Reden und der Schotte John Baildon. An das Grab des Baildon, der in Gleiwitz gestorben ist, kann ich mich noch gut erinnert. Es gab (gibt es vielleicht noch?) in der Nähe meiner Grundschule einen alten, verkommenen Friedhof, wo wir als Kinder spielten. Die Grabsteine und eisengeschmiedete Kreuze lagen auf der Erde, die Pflanzen wucherten und irgendwo in der Mitte stand ein ziemlich gut erhalten Gedenkstein mit der Inschrift: John Baildon. Es war für uns Kinder etwas außergewöhnliches, weil der Name weder polnisch noch deutsch klang.
Gleiwitz, wie auch ganz Schlesien war in ihrer Geschichte von allen mächtigen Nachbarn verwaltet. Die vorletzte Herschafft kann man noch an mehreren Stellen erkennen. Sei es an der Architektur, aber auch an den deutschen Schriften auf den Gullydeckels. Ob es sich noch was an dem Status quo ändert, weiß ich nicht. Manche hätten es gerne aber ich behalte lieber meine Erinnerungen!
Über die Sehenswürdigkeiten der Stadt kann man auch viel schreiben. Ich nenne ein Paar davon.

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Das "Haus Oberschlesien"
Im Oktober 1923, nach der Bodenuntersuchung stellte sich heraus, dass sich unter der dünnen Oberfläche eine 6 Meter dicke Schlamm- und Morastschicht befindet. Um auf der Stelle überhaupt bauen zu können hat man den Baugrund mit 476 Stahlbetonpfeilern von 7,6 m Länge verfestigt. Erst auf dieser Grundlage, nach 5 Jahren Bauzeit, wurde das ziemlich bekannte Nobelhotel "Haus Oberschlesien" fertig. Insgesamt besaß das Hotel 110 Gästezimmer, 21 Bäder, eine Menge Klub-, Arbeits- und Versammlungsräume. Besonders beeindruckte die Gäste der Ballsaal im ersten Stock. Das Bauwerk hat den Krieg überstanden aber die Befreiung durch die Rote Arme nicht so gut!
Heute ist das Sitz der Stadtverwaltung.

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Der Bahnhof
Nach dem 1.Weltkrieg brauchte die schnell wachsende Stadt einen neuen Bahnhof. Der Bahnhofneubau wurde etwas südöstlich vom alten Gebäude verlagert und bildete den Abschluss - oder, wenn man so will, auch den Anfang - der Wilhelmstrasse (heute ul. Zwyciestwa). Die 370 m2 große Zentralhalle ist 11 m hoch. Beim Bau wurden die Gleisanlagen um 3,5 m aufgestockt, wodurch die Höhenunterschiede nur einmal zu überwinden waren, z. B. beim Betreten des Bahnsteigs, nicht aber zweimal wie das bei den üblichen Fußgängertunneln der Fall ist.
Der Bahnhof ist immer noch im Betrieb!

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